Es kam der Tag da wurde die Freiheit – wie aus einer Idee, einer stillen Sehnsucht, heraus – geboren. Und die Menschen sahen die Freiheit – sahen wie kostbar sie war – und rühmten ihre Schönheit. Schnell hatten sie begriffen, daß solch eine Kostbarkeit wie die Freiheit eines großen Schutzes bedurfte und ein jeder hatte ein wachsames Auge auf sie, wann immer er es entbehren konnte. Aber reichte das? Sie war so schön, so verletzlich, so kostbar, man konnte unmöglich zulassen, daß ihr etwas geschieht. Deshalb wurden extra für sie Tücher aus allerfeinster Sicherheit gewebt, in die sie dann gewickelt wurde. Erst waren es nur ein paar, damit ihr auch ja nichts geschehen möge, doch wurden es bald immer mehr und mehr und von der Freiheit war nicht mehr allzuviel zu sehen. Und obwohl sie nun von einigen mit Argusaugen bewacht wurde, so schwand sie doch dahin unter ihren Gewändern aus Sicherheit und Schutz. Niemand konnte sagen wo die Freiheit geblieben war, nur ab und an war ein in dicke Tüchern gehülltes Gespenst zu sehen, wie es sich – einen Schritt nach dem anderen vor sich hinstolpernd – durch die Welt der Thesen bewegte.
Sagte ich ein Gespenst? Nein, es war vielmehr eine leise Ahnung, die Idee eines Gespenstes, und wer weiß schon was aus dieser Idee geboren wird.
Montag, 18. Mai 2009
Freitag, 15. Mai 2009
The big bang
Many aeons there was nothing, then - suddenly - something totally unexpected happened:
In a final solution time concluded that space will expand.
So, time was born...
...and also space.
In a final solution time concluded that space will expand.
So, time was born...
...and also space.
Freitag, 10. April 2009
Das Hausmonster
Der Schnauberling
Es war wieder einmal einer dieser fürchterlichen Tage, wo der Wind durch die Ritzen des alten Gemäuers heulte und mich frösteln ließ. Wie weit dieses einst so stattliche Herrenhaus doch heruntergekommen war! Kaum ein Fenster war noch intakt, viele mußten gar mit Brettern vernagelt werden um so wenigstens ein wenig Schutz vor den Launen des Wetters bieten zu können. Das meiste der wunderbaren Teppiche, Wandbehänge, wundervollen Gemälde und des restlichen Zierrats mußte ich längst veräußern, um die allzu hohe Steuer bezahlen zu können. Auch fand sich in vielen Zimmern eine dicke Staubschicht, die es sich auf den alten, abgenutzten Möbeln gemütlich gemacht hatte. Was sollte ich tun? Gesinde gab es nicht mehr und ich alleine war nicht in der Lage das Haus sauber und in stand zu halten. Und trotzdem hatte dieses alte Anwesen es immer wieder vermocht, mich aufzuheitern; war es für mich doch der Ort an dem ich geboren und aufgewachsen bin. Noch heute kommen mir wunderschöne Erinnerungen – wie aus einer vergessenen Zeit – ins Gedächtnis, wenn ich den ein oder anderen silbernen Kandelaber durch meine Finger gleiten lasse. Dann erstrahlt das Haus in seiner alten Pracht, sind die vergilbten, teils schon heruntergekommenen Tapeten an den Wänden wieder blütenweiß und mit wunderschönen Ornamenten verziert. Wie durch einen Zauber sehe ich die Gesichter meiner Eltern vor mir oder wie das Gesinde samt Kinder dieses Haus mit einer fröhlichen Geschäftigkeit erfüllt, daß es mir in dieser wundersamen Melancholie ganz anders zumute wird und mein Herz zugleich von ebenso tiefer Freude als auch Trauer ergriffen wird, die mich immer noch an diesem Haus festhalten lassen.
Doch heute zerrte der Wind allzusehr an den Balken und ließ das Gemäuer dermaßen klagend aufheulen, daß mein ganzes Sinnen mit Schwermut angefüllt war. Und als ich dann noch die schleimiggrünen Hinterlassenschaften des kleinen Schnauberlings – die er bei dem Versuch an die im oberen Regal befindliche Keksdose zu gelangen auf den aufgestapelten Töpfen und Pfannen der Küche hinterlassen hat – entdecken mußte, wurde ich von einem Ekel und einer Wut ergriffen die mir sonst allzu fremd erscheinen. Mit einem Male verfluchte ich den Tag, als ich mich erbarmte diese armselige Kreatur, die sich vom Unrat der Dorfbevölkerung ernährte und von dieser sogleich erschlagen würde, wenn sie ihrer ansichtig geworden wäre, in mein Haus aufnahm. Als ich ihm zum ersten Mal ansichtig wurde, fürchtete ich mich noch vor diesem ausgemergelten, Wesen, daß mit seinen dünnen Armen und Beinen wohl am ehesten humanoide Formen besaß, durch seine Schwimmhäute zwischen Fingern und Zehen, der schleimig grünen Haut sowie seinem großen gelben Augen und dem breiten mit vielen kleinen, spitzen Zähnen bewehrten Maul ebenso an ein Frosch erinnert. Ich wich erschrocken zurück, nicht wissend was zu tun noch wie zu handeln, tat dies jedoch so tölpelhaft und ungeschickt, daß mich das Wesen dabei bemerkte und nun seinerseits die Flucht ergriff. Dann blieb es in sicherer Entfernung stehen und beobachtete mich. Fixierte mich mit seinen großen gelben Augen, während es unsicher stehend schwankte. Es überlegte, wägte ab ob es die Flucht ergreifen oder zu seinem Mahl zurückkehren sollte. Schließlich – nachdem wir uns schon eine ganze Weile regungslos gegenüberstanden – obsiegte der Hunger dieser Kreatur und sie kehrte zu ihrem Freßplatz zurück. Fasziniert von einem solchen Wesen stand ich wie gebannt da, wagte nicht mich zu bewegen, bis es mit seiner Mahlzeit beendete und in der Dunkelheit der Nacht verschwand. Immer wieder kehrte ich nun zu diesem Platz zurück und beobachtete diese Kreatur - welche ich dank seiner Laute bald als Schnauberling betitelte – voll Faszination. Mit der Zeit fühlte ich mich diesem Wesen verbunden und konnte bald nicht mehr umhin – als ich das arme und im höchsten Maße harmlose Monstrum sah, wie es dort schnaubend und röchelnd nach Nahrung suchte – ich mußte es mit Futter versorgen. Schon bald wurde ich dem ausgemergelten, grünen Wesen, so anvertraut, daß es mir – so wir denn alleine waren – auf Schritt und Tritt hin folgte, bis es schließlich mein Hausgast wurde. Ich denke, ich sah in ihm damals das Spiegelbild meines eigenen Schicksals, mieden mich die Dorfbewohner doch von jenem Tage an, als ich das Haus geerbt hatte. Mein seliger Vater, so wurde nämlich gemunkelt und – von den Sybillen und Vetteln dieses Dorfes immer wieder gerne am abendlichen Feuer mit der Angst und Faszination, die eine solche Schauergeschichte in sich birgt – immer wieder gerne erzählt, sei mit dämonischen Mächten im Bunde gewesen. Wie sonst könne man sich erklären, daß bei seinem Tode ein lauter Knall das Dorf erschütterte und er mit viel Rauch und Schwefeldüften durch den Kamin geschleudert wurde, mitten auf die Straße die zum Dorfe führte, wo sein Leichnam mit angstverzerrter Fratze liegen blieb. Ich für meinen Teil weiß was wirklich geschah und führe die wahren Begebenheiten seines Todes auf eines seiner vielen mißglückten alchemistischen Experimente zurück. Für die Dorfbewohner aber war dies Beweis genug, um dieses Haus und all seine Einwohner – die recht schnell auf mich alleine schrumpften – zu meiden. Nur sehr wenige von ihnen, meist welche die mir schon in Kindertagen wohlgesonnen waren, konnte ich ab und an überreden, mir Arbeit gegen Bezahlung oder Verpflegung zu überantworten. Dafür gebührt ihnen bis heute mein größter Dank, wäre ich doch ohne sie dazu verdammt gewesen meine Kindheits- und Jugenderinnerungen hinter mir zurückzulassen und mein Glück in der Fremde zu suchen. Klüger wäre dies allemal gewesen und ich werde es sicherlich auch eines Tages tun, bisher jedoch konnte mein Herz sich nicht zu einem solchen Schritte entscheiden.
Während ich diese Zeilen schreibe will ich also nochmals meinen – nun hätte ich fast Freunde geschrieben, doch Freunde waren meine Helfer nicht. Der, der einem Freund am nächsten kam, denjenigen war ich grade dabei in Gedanken wüst zu beschimpfen und zu verunglimpfen, denn der Schnauberling war der einzige, der meine Nähe für längere Zeit ertrug, ohne daß sich dabei seine Augen mit Angst anfüllten. Doch heute ertrug ich ihn nicht! Weder seine schnaubende Art noch seinen widerlich unterwürfig kriechenden Gang! Vor allem aber, brachten mich seine schleimigen Hinterlassenschaften, die dieses eh schon gebeutelte Gemäuer verunreinigten, dazu dieses Wesen – welches ich ansonsten immer mit großer Nachsicht begegnete – fast aus dem Haus zu werfen. Vielleicht kamen meine allzu finsteren Gemütsregungen ja nur von dem Unwetter kündenden Wind und den Gewitterwolken, die sich weiter südlich Unheil dräuend zusammenbrauten und langsam in meine Richtung zogen. Doch bis auf ein paar Blitze, die in den unbearbeiteten Äckern und Wiesen meines Besitztums herniedergingen und unheilschwangeres Donnergrollen wollten sie nichts von ihrer schweren Last auf das teils schon undichte Dach meines Anwesens entlassen, dafür aber sollten sie einen anderen, viel unwillkommeneren Gast das Geleit zu meinem Anwesen geben. Denn kaum waren die letzten gewitterschwangern Wolken über diesen Landstrich hinfortgezogen, als auch schon jemand mit fordernder Vehemenz den Türklopfer betätigte. Sofort war mir klar, daß der Großrevisor des Grafen wieder einmal mit Kutsche und Stab zu meinen Anwesen vorgefahren war, um die fällig gewordenen Steuern einzukassieren. Wer sonst sollte sich in die Nähe meines Anwesens wagen?
Mißmutig bewegte ich mich zur Tür, wußte ich doch nur zu genau, daß wieder ein guter Teil meines Hausstandes veräußert werden mußte. Langsam öffnete ich sie und da stand er, in feinste Tücher gehüllt und mit kaltem Blicke die Angst leidlich überspielend, die selbst er vor diesem Anwesen hatte. Wie immer verlor er nicht einmal die Zeit für eine Begrüßungsformel und trug gleich mit kaltem sachlichen Tonfall den Grund seines Besuches vor: „Ihro Hochwohlgeboren, der Graf schickt mich die Steuer einzutreiben, die ihr ihm schuldig seid!“
„Nun denn, so wollen wir dem Grafen geben was des Grafen ist!“, erwiderte ich mit gespielter Höflichkeit; genau wissend, daß dieses Anwesen dem Grafen ein Dorn im Auge war – es verschandelte nicht nur die Landschaft, es machte auch die abergläubische Dorfbevölkerung ganz verrückt. Deshalb wohl gewährte mir der Graf in all seiner – leider vom Gesetze her berechtigten – Eigenmächtigkeit einen besonders hohen Steuersatz.
„Wieviel soll es denn diesmal sein?“
„Ihro Gnaden haben in all ihrer Bescheidenheit beschlossen, daß es sich diesmal bloß um dreitausend Goldmark zu handeln habe!“
„Dreitausend Goldmark?“, mir wurde ganz bleich um die Nase und Schwindel ergriff mich, „Bei allen Mächten des Himmels, um dies aufzubringen müßte ich das gesamte Anwesen veräußern!“
„Und was wäre schlimm daran?“, meinte der Revisor mit einem allzu sarkastischen Unterton, „Dann könnte es endlich in die Hände eines wohlhabenderen Mannes fallen, dem Grafen zum Beispiel. Und dieser Schandfleck von Spukhaus könnte – als Beispiel – einem Lustschloß weichen.“
„Ach und was wird dabei aus mir?“, blaffte ich dem Großrevisor an.
„Waret euren Ton, so daß er meiner angemessen bleibt!“, wurde ich in einem kühlen, überlegenen Tonfall ermahnt, wohlwissend, daß mehrere Beamte die Kutsche verlassen hatten um mich, falls notwendig mit Gewalt in die Schranken zu weisen.
„Ihr?“, fuhr er dann mit sachlichem Tone fort, „Nun auch für solche Eventualitäten hat der Graf in seiner großen Güte vorgesorgt. Schließlich hat er für solche Fälle das Armenhaus errichten lassen!“
Wut kochte in mir hoch und ich mußte mich stark zurückhalten um den Revisor nicht mit einem Faustschlag niederzustrecken. Doch waren mir die Konsequenzen leider viel zu gewahr und deshalb ließ ich ab von diesem Tun. Aber mir mußte möglichst schnell etwas einfallen, sonst wäre meine Geburtsstätte für immer verloren gewesen. So griff ich denn meinen erstbesten Gedanken auf: „Ihr wißt schon, das auf diesem Anwesen ein Fluch liegt?“
„Ein Fluch?“, kurz entglitten dem Revisor die Gesichtszüge, doch schon hatte er sich wieder gefaßt.
„Jawohl, ein Fluch! Mein Vater, dem es nach seinem Tode nicht vergönnt war in die Seeligkeit der Ewigkeit heimzukehren, und der hier immer noch spukt“, log ich, „hat ihn eines Nächtens ausgesprochen, als er rastlos durch die leeren Zimmer schritt, wohlwissend wieviel von unserem Hausstand ich veräußern mußte um eure Steuern zu bezahlen!“
„Und was soll das für ein Fluch gewesen sein?“, versuchte mir der nicht sehr gute Schauspieler furchtlos ins Gesicht zu lachen.
„Na, daß er all diejenigen die sich an mir, diesem Anwesen oder seinen Besitztümern unrechtmäßig vergreifen mit einem furchtbaren und grausamen Tod bedenken würde!“, wählte ich meine Worte mit forscher Zunge und haßerfüllten Blick, auf das sie auch in keinem Falle ihre Wirkung verfehlen mögen, „Das wäret dann ihr, der Graf und auch sonst ein jeder, der seine Finger in diesem Ränkespiel um dieses Anwesen auszustrecken wagt!“
Diesmal hatte der Großrevisor sein schauspielerisches Talent besser unter Kontrolle. Nur ein Schweißtropfen, der da seiner Stirn herunterrann, wußte von seiner unausgesprochenen Angst zu zeugen, als er mit klarem deutlichem Wort ein „Humbug!“ in die Abendluft entließ.
„Dann war dies auch nur eine Böe!“, kommentierte ich den nächsten Windstoß, der dort durch die Ritzen des alten Gemäuers heulte.
„Ja genau, eine Böe!“, wiederholte der unerwünschte Gast auf meinem Land ein wenig unsicher geworden meine Worte.
„So?“, meinte ich süffisant, „Dann tretet doch ein! Oder fehlt euch der Mut dazu?“
Ich spielte mit dem Feuer, ich spekulierte, nie hätte ich gedacht, daß er meiner Einladung folge leisten würde. Nie zuvor hatte er dies getan, so oft ich ihn auch reingebeten hatte. Und auch diesmal sah ich, wie er sich dagegen sträubte. Doch er nahm allen Mut zusammen, faste sich – dem Kloß im Halse Raum verschaffend – am Kragen und wagte dann einen Schritt über die Türschwelle.
„Dieses Spiel hast du verloren!“, dachte ich bei mir und wollte schon alle Hoffnung fahren lassen, als mit einem Male von oben ein Rasseln, ein Poltern, dann ein schriller unmenschlich klingender Aufschrei zu hören war, auf dem als Finale ein lauter Knall folgte. Der Revisor erstarrte augenblicklich zur schreckensbleichen Salzsäule. Drehte sich taumelnd der Ohnmacht nahe um und wankte, so schnell es seine weichen Knie erlaubten, mit festem Griff das Geländer umfassend, die Treppenstufen meiner Veranda hinunter., Bevor er zur Kutsche hinuntereilte, die der ebensobleiche Kutscher fast schon ohne ihn fortgetrieben hätte. Dann stoben sie davon.
Ich muß gestehen, auch mir hatte dieser Vorfall den Schrecken ins Gebein gejagt und ich brauchte einiges an Überwindung um in den ersten Stock zu gehen, wo ich die Herkunft dieser Laute vermutete. Endlich, als ich – nach ein paar Räumen – in der Küche angelangt war, sah ich zu meiner großen Überraschung und Erheiterung den Schnauberling vor mir liegen, auf seinem Kopf thronte noch der Suppentopf und ein kleinerer Topf zierte seinen Fuß als Schuhwerk. Hach, was mußte ich lachen, als der Schnauberling mich mit großen Augen schuldbewußt ansah. Auch wenn ich die Keksdose vielleicht besser anderen Orts aufbewahren sollte - ich muß zugeben: manchmal kann auch ein verfressener Schnauberling im Haus von nutzen sein.
Es war wieder einmal einer dieser fürchterlichen Tage, wo der Wind durch die Ritzen des alten Gemäuers heulte und mich frösteln ließ. Wie weit dieses einst so stattliche Herrenhaus doch heruntergekommen war! Kaum ein Fenster war noch intakt, viele mußten gar mit Brettern vernagelt werden um so wenigstens ein wenig Schutz vor den Launen des Wetters bieten zu können. Das meiste der wunderbaren Teppiche, Wandbehänge, wundervollen Gemälde und des restlichen Zierrats mußte ich längst veräußern, um die allzu hohe Steuer bezahlen zu können. Auch fand sich in vielen Zimmern eine dicke Staubschicht, die es sich auf den alten, abgenutzten Möbeln gemütlich gemacht hatte. Was sollte ich tun? Gesinde gab es nicht mehr und ich alleine war nicht in der Lage das Haus sauber und in stand zu halten. Und trotzdem hatte dieses alte Anwesen es immer wieder vermocht, mich aufzuheitern; war es für mich doch der Ort an dem ich geboren und aufgewachsen bin. Noch heute kommen mir wunderschöne Erinnerungen – wie aus einer vergessenen Zeit – ins Gedächtnis, wenn ich den ein oder anderen silbernen Kandelaber durch meine Finger gleiten lasse. Dann erstrahlt das Haus in seiner alten Pracht, sind die vergilbten, teils schon heruntergekommenen Tapeten an den Wänden wieder blütenweiß und mit wunderschönen Ornamenten verziert. Wie durch einen Zauber sehe ich die Gesichter meiner Eltern vor mir oder wie das Gesinde samt Kinder dieses Haus mit einer fröhlichen Geschäftigkeit erfüllt, daß es mir in dieser wundersamen Melancholie ganz anders zumute wird und mein Herz zugleich von ebenso tiefer Freude als auch Trauer ergriffen wird, die mich immer noch an diesem Haus festhalten lassen.
Doch heute zerrte der Wind allzusehr an den Balken und ließ das Gemäuer dermaßen klagend aufheulen, daß mein ganzes Sinnen mit Schwermut angefüllt war. Und als ich dann noch die schleimiggrünen Hinterlassenschaften des kleinen Schnauberlings – die er bei dem Versuch an die im oberen Regal befindliche Keksdose zu gelangen auf den aufgestapelten Töpfen und Pfannen der Küche hinterlassen hat – entdecken mußte, wurde ich von einem Ekel und einer Wut ergriffen die mir sonst allzu fremd erscheinen. Mit einem Male verfluchte ich den Tag, als ich mich erbarmte diese armselige Kreatur, die sich vom Unrat der Dorfbevölkerung ernährte und von dieser sogleich erschlagen würde, wenn sie ihrer ansichtig geworden wäre, in mein Haus aufnahm. Als ich ihm zum ersten Mal ansichtig wurde, fürchtete ich mich noch vor diesem ausgemergelten, Wesen, daß mit seinen dünnen Armen und Beinen wohl am ehesten humanoide Formen besaß, durch seine Schwimmhäute zwischen Fingern und Zehen, der schleimig grünen Haut sowie seinem großen gelben Augen und dem breiten mit vielen kleinen, spitzen Zähnen bewehrten Maul ebenso an ein Frosch erinnert. Ich wich erschrocken zurück, nicht wissend was zu tun noch wie zu handeln, tat dies jedoch so tölpelhaft und ungeschickt, daß mich das Wesen dabei bemerkte und nun seinerseits die Flucht ergriff. Dann blieb es in sicherer Entfernung stehen und beobachtete mich. Fixierte mich mit seinen großen gelben Augen, während es unsicher stehend schwankte. Es überlegte, wägte ab ob es die Flucht ergreifen oder zu seinem Mahl zurückkehren sollte. Schließlich – nachdem wir uns schon eine ganze Weile regungslos gegenüberstanden – obsiegte der Hunger dieser Kreatur und sie kehrte zu ihrem Freßplatz zurück. Fasziniert von einem solchen Wesen stand ich wie gebannt da, wagte nicht mich zu bewegen, bis es mit seiner Mahlzeit beendete und in der Dunkelheit der Nacht verschwand. Immer wieder kehrte ich nun zu diesem Platz zurück und beobachtete diese Kreatur - welche ich dank seiner Laute bald als Schnauberling betitelte – voll Faszination. Mit der Zeit fühlte ich mich diesem Wesen verbunden und konnte bald nicht mehr umhin – als ich das arme und im höchsten Maße harmlose Monstrum sah, wie es dort schnaubend und röchelnd nach Nahrung suchte – ich mußte es mit Futter versorgen. Schon bald wurde ich dem ausgemergelten, grünen Wesen, so anvertraut, daß es mir – so wir denn alleine waren – auf Schritt und Tritt hin folgte, bis es schließlich mein Hausgast wurde. Ich denke, ich sah in ihm damals das Spiegelbild meines eigenen Schicksals, mieden mich die Dorfbewohner doch von jenem Tage an, als ich das Haus geerbt hatte. Mein seliger Vater, so wurde nämlich gemunkelt und – von den Sybillen und Vetteln dieses Dorfes immer wieder gerne am abendlichen Feuer mit der Angst und Faszination, die eine solche Schauergeschichte in sich birgt – immer wieder gerne erzählt, sei mit dämonischen Mächten im Bunde gewesen. Wie sonst könne man sich erklären, daß bei seinem Tode ein lauter Knall das Dorf erschütterte und er mit viel Rauch und Schwefeldüften durch den Kamin geschleudert wurde, mitten auf die Straße die zum Dorfe führte, wo sein Leichnam mit angstverzerrter Fratze liegen blieb. Ich für meinen Teil weiß was wirklich geschah und führe die wahren Begebenheiten seines Todes auf eines seiner vielen mißglückten alchemistischen Experimente zurück. Für die Dorfbewohner aber war dies Beweis genug, um dieses Haus und all seine Einwohner – die recht schnell auf mich alleine schrumpften – zu meiden. Nur sehr wenige von ihnen, meist welche die mir schon in Kindertagen wohlgesonnen waren, konnte ich ab und an überreden, mir Arbeit gegen Bezahlung oder Verpflegung zu überantworten. Dafür gebührt ihnen bis heute mein größter Dank, wäre ich doch ohne sie dazu verdammt gewesen meine Kindheits- und Jugenderinnerungen hinter mir zurückzulassen und mein Glück in der Fremde zu suchen. Klüger wäre dies allemal gewesen und ich werde es sicherlich auch eines Tages tun, bisher jedoch konnte mein Herz sich nicht zu einem solchen Schritte entscheiden.
Während ich diese Zeilen schreibe will ich also nochmals meinen – nun hätte ich fast Freunde geschrieben, doch Freunde waren meine Helfer nicht. Der, der einem Freund am nächsten kam, denjenigen war ich grade dabei in Gedanken wüst zu beschimpfen und zu verunglimpfen, denn der Schnauberling war der einzige, der meine Nähe für längere Zeit ertrug, ohne daß sich dabei seine Augen mit Angst anfüllten. Doch heute ertrug ich ihn nicht! Weder seine schnaubende Art noch seinen widerlich unterwürfig kriechenden Gang! Vor allem aber, brachten mich seine schleimigen Hinterlassenschaften, die dieses eh schon gebeutelte Gemäuer verunreinigten, dazu dieses Wesen – welches ich ansonsten immer mit großer Nachsicht begegnete – fast aus dem Haus zu werfen. Vielleicht kamen meine allzu finsteren Gemütsregungen ja nur von dem Unwetter kündenden Wind und den Gewitterwolken, die sich weiter südlich Unheil dräuend zusammenbrauten und langsam in meine Richtung zogen. Doch bis auf ein paar Blitze, die in den unbearbeiteten Äckern und Wiesen meines Besitztums herniedergingen und unheilschwangeres Donnergrollen wollten sie nichts von ihrer schweren Last auf das teils schon undichte Dach meines Anwesens entlassen, dafür aber sollten sie einen anderen, viel unwillkommeneren Gast das Geleit zu meinem Anwesen geben. Denn kaum waren die letzten gewitterschwangern Wolken über diesen Landstrich hinfortgezogen, als auch schon jemand mit fordernder Vehemenz den Türklopfer betätigte. Sofort war mir klar, daß der Großrevisor des Grafen wieder einmal mit Kutsche und Stab zu meinen Anwesen vorgefahren war, um die fällig gewordenen Steuern einzukassieren. Wer sonst sollte sich in die Nähe meines Anwesens wagen?
Mißmutig bewegte ich mich zur Tür, wußte ich doch nur zu genau, daß wieder ein guter Teil meines Hausstandes veräußert werden mußte. Langsam öffnete ich sie und da stand er, in feinste Tücher gehüllt und mit kaltem Blicke die Angst leidlich überspielend, die selbst er vor diesem Anwesen hatte. Wie immer verlor er nicht einmal die Zeit für eine Begrüßungsformel und trug gleich mit kaltem sachlichen Tonfall den Grund seines Besuches vor: „Ihro Hochwohlgeboren, der Graf schickt mich die Steuer einzutreiben, die ihr ihm schuldig seid!“
„Nun denn, so wollen wir dem Grafen geben was des Grafen ist!“, erwiderte ich mit gespielter Höflichkeit; genau wissend, daß dieses Anwesen dem Grafen ein Dorn im Auge war – es verschandelte nicht nur die Landschaft, es machte auch die abergläubische Dorfbevölkerung ganz verrückt. Deshalb wohl gewährte mir der Graf in all seiner – leider vom Gesetze her berechtigten – Eigenmächtigkeit einen besonders hohen Steuersatz.
„Wieviel soll es denn diesmal sein?“
„Ihro Gnaden haben in all ihrer Bescheidenheit beschlossen, daß es sich diesmal bloß um dreitausend Goldmark zu handeln habe!“
„Dreitausend Goldmark?“, mir wurde ganz bleich um die Nase und Schwindel ergriff mich, „Bei allen Mächten des Himmels, um dies aufzubringen müßte ich das gesamte Anwesen veräußern!“
„Und was wäre schlimm daran?“, meinte der Revisor mit einem allzu sarkastischen Unterton, „Dann könnte es endlich in die Hände eines wohlhabenderen Mannes fallen, dem Grafen zum Beispiel. Und dieser Schandfleck von Spukhaus könnte – als Beispiel – einem Lustschloß weichen.“
„Ach und was wird dabei aus mir?“, blaffte ich dem Großrevisor an.
„Waret euren Ton, so daß er meiner angemessen bleibt!“, wurde ich in einem kühlen, überlegenen Tonfall ermahnt, wohlwissend, daß mehrere Beamte die Kutsche verlassen hatten um mich, falls notwendig mit Gewalt in die Schranken zu weisen.
„Ihr?“, fuhr er dann mit sachlichem Tone fort, „Nun auch für solche Eventualitäten hat der Graf in seiner großen Güte vorgesorgt. Schließlich hat er für solche Fälle das Armenhaus errichten lassen!“
Wut kochte in mir hoch und ich mußte mich stark zurückhalten um den Revisor nicht mit einem Faustschlag niederzustrecken. Doch waren mir die Konsequenzen leider viel zu gewahr und deshalb ließ ich ab von diesem Tun. Aber mir mußte möglichst schnell etwas einfallen, sonst wäre meine Geburtsstätte für immer verloren gewesen. So griff ich denn meinen erstbesten Gedanken auf: „Ihr wißt schon, das auf diesem Anwesen ein Fluch liegt?“
„Ein Fluch?“, kurz entglitten dem Revisor die Gesichtszüge, doch schon hatte er sich wieder gefaßt.
„Jawohl, ein Fluch! Mein Vater, dem es nach seinem Tode nicht vergönnt war in die Seeligkeit der Ewigkeit heimzukehren, und der hier immer noch spukt“, log ich, „hat ihn eines Nächtens ausgesprochen, als er rastlos durch die leeren Zimmer schritt, wohlwissend wieviel von unserem Hausstand ich veräußern mußte um eure Steuern zu bezahlen!“
„Und was soll das für ein Fluch gewesen sein?“, versuchte mir der nicht sehr gute Schauspieler furchtlos ins Gesicht zu lachen.
„Na, daß er all diejenigen die sich an mir, diesem Anwesen oder seinen Besitztümern unrechtmäßig vergreifen mit einem furchtbaren und grausamen Tod bedenken würde!“, wählte ich meine Worte mit forscher Zunge und haßerfüllten Blick, auf das sie auch in keinem Falle ihre Wirkung verfehlen mögen, „Das wäret dann ihr, der Graf und auch sonst ein jeder, der seine Finger in diesem Ränkespiel um dieses Anwesen auszustrecken wagt!“
Diesmal hatte der Großrevisor sein schauspielerisches Talent besser unter Kontrolle. Nur ein Schweißtropfen, der da seiner Stirn herunterrann, wußte von seiner unausgesprochenen Angst zu zeugen, als er mit klarem deutlichem Wort ein „Humbug!“ in die Abendluft entließ.
„Dann war dies auch nur eine Böe!“, kommentierte ich den nächsten Windstoß, der dort durch die Ritzen des alten Gemäuers heulte.
„Ja genau, eine Böe!“, wiederholte der unerwünschte Gast auf meinem Land ein wenig unsicher geworden meine Worte.
„So?“, meinte ich süffisant, „Dann tretet doch ein! Oder fehlt euch der Mut dazu?“
Ich spielte mit dem Feuer, ich spekulierte, nie hätte ich gedacht, daß er meiner Einladung folge leisten würde. Nie zuvor hatte er dies getan, so oft ich ihn auch reingebeten hatte. Und auch diesmal sah ich, wie er sich dagegen sträubte. Doch er nahm allen Mut zusammen, faste sich – dem Kloß im Halse Raum verschaffend – am Kragen und wagte dann einen Schritt über die Türschwelle.
„Dieses Spiel hast du verloren!“, dachte ich bei mir und wollte schon alle Hoffnung fahren lassen, als mit einem Male von oben ein Rasseln, ein Poltern, dann ein schriller unmenschlich klingender Aufschrei zu hören war, auf dem als Finale ein lauter Knall folgte. Der Revisor erstarrte augenblicklich zur schreckensbleichen Salzsäule. Drehte sich taumelnd der Ohnmacht nahe um und wankte, so schnell es seine weichen Knie erlaubten, mit festem Griff das Geländer umfassend, die Treppenstufen meiner Veranda hinunter., Bevor er zur Kutsche hinuntereilte, die der ebensobleiche Kutscher fast schon ohne ihn fortgetrieben hätte. Dann stoben sie davon.
Ich muß gestehen, auch mir hatte dieser Vorfall den Schrecken ins Gebein gejagt und ich brauchte einiges an Überwindung um in den ersten Stock zu gehen, wo ich die Herkunft dieser Laute vermutete. Endlich, als ich – nach ein paar Räumen – in der Küche angelangt war, sah ich zu meiner großen Überraschung und Erheiterung den Schnauberling vor mir liegen, auf seinem Kopf thronte noch der Suppentopf und ein kleinerer Topf zierte seinen Fuß als Schuhwerk. Hach, was mußte ich lachen, als der Schnauberling mich mit großen Augen schuldbewußt ansah. Auch wenn ich die Keksdose vielleicht besser anderen Orts aufbewahren sollte - ich muß zugeben: manchmal kann auch ein verfressener Schnauberling im Haus von nutzen sein.
Mittwoch, 25. März 2009
Momentaufnahme
Christopher schloß seine Augen und spülte in tiefen Zügen die morgendliche Frühlingsluft in seine Lungen. Bevor er – betört vom Blütenduft – seinen Blick schweifen ließ und sah wie die Sonne eifrig dabei war, den Himmel mit einem wunderschönen blau zu überziehen. Die Vogelschar erwachte langsam aus ihrem Schlaf und stimmte in das Konzert der Lärche mit ein. Vor ihm wogen in bunten Tupfen eine herrliche Blütenpracht aus Mohn- und Rittersporn im Gersteacker hin und her. Er wußte, daß die Blüten nur so herrlich dufteten und prächtig aussahen, weil sie Bienen anlocken wollten, doch das war ihm grade ganz egal. Ihm war, als hätte Gott höchstselbst dies alles nur für diesen einen Augenblick geschaffen. „Carpe Diem!“, sagt er zu sich selbst, „Carpe Diem!“, als er die Arme ausbreitete und mit gespreizten Fingern die Getreideähren erfühlend, damit begann durch das Gerstefeld zu schreiten.
Dienstag, 17. März 2009
Lichtdicht
Ein Licht ein Licht,
Steht vor Gericht!
Es ist zwar nun nicht grade hell,
Doch fuhr es leider viel zu schnell!
Und das ist nun mal nicht legal,
Auf deutschen Straßen gar fatal!
Auch einen Lappen hat es nicht!
Und der ist in Deutschland Pflicht!
Oh armes kleines dummes Licht!
Nein so etwas macht man doch nicht!
Deshalb muß man Dich bestrafen,
So ist das halt mit schwarzen Schafen!
Was denn das verstehst Du nicht?
Na ja, du bist nun mal kein helles Licht!
Steht vor Gericht!
Es ist zwar nun nicht grade hell,
Doch fuhr es leider viel zu schnell!
Und das ist nun mal nicht legal,
Auf deutschen Straßen gar fatal!
Auch einen Lappen hat es nicht!
Und der ist in Deutschland Pflicht!
Oh armes kleines dummes Licht!
Nein so etwas macht man doch nicht!
Deshalb muß man Dich bestrafen,
So ist das halt mit schwarzen Schafen!
Was denn das verstehst Du nicht?
Na ja, du bist nun mal kein helles Licht!
Das Opfer der Nacht
Kennst Du die Nacht, das Schattenreich wo im Herzen der Finsternis die Dämonen der Dunkelheit lauern?
Kennst Du die Furcht die Dich beschleicht, wenn schwarze Gesellen am Wegrand kauern?
Ist es nur Angst, die sich im Herzen nährt, und Deine Schritte mit Blei beschwert?
Dreh Dich nicht um, lauf nicht zu schnell, bald ist es geschafft, bald wird es hell!
Nicht mehr lang und doch so fern, was muß ich aus der Ferne hörn?
Hast Du ihn gemacht? Den Schrei in der Nacht? Der eilig zum ersticken gebracht!
Bist Du nun ein Opfer von finsteren Gassen und kannst das Schattenreich nie mehr verlassen?
Kennst Du die Furcht die Dich beschleicht, wenn schwarze Gesellen am Wegrand kauern?
Ist es nur Angst, die sich im Herzen nährt, und Deine Schritte mit Blei beschwert?
Dreh Dich nicht um, lauf nicht zu schnell, bald ist es geschafft, bald wird es hell!
Nicht mehr lang und doch so fern, was muß ich aus der Ferne hörn?
Hast Du ihn gemacht? Den Schrei in der Nacht? Der eilig zum ersticken gebracht!
Bist Du nun ein Opfer von finsteren Gassen und kannst das Schattenreich nie mehr verlassen?
Der Pirat Jim
Der kleine Jim war ein Pirat,
Mit Augenklappe, schwarzem Bart,
Mit Holzbein und mit Säbel gar,
Den hatte er von dem Papa.
Und nicht vom Gei wie oft erzählt,
Denn den hat er zu sehr gequält.
Gab ihn niemals die kleinen Kekse,
Und teilte nicht mal seine Schätze.
Drum startete der Papagei,
Eine kleine Meuterei!
Nun sitzt der kleine Jim zu dumm,
Auf einer winzgen Insel rum.
Und von seinen ganzen Schätzen,
Behielt er nur ne Dos mit Keksen.
Mit Augenklappe, schwarzem Bart,
Mit Holzbein und mit Säbel gar,
Den hatte er von dem Papa.
Und nicht vom Gei wie oft erzählt,
Denn den hat er zu sehr gequält.
Gab ihn niemals die kleinen Kekse,
Und teilte nicht mal seine Schätze.
Drum startete der Papagei,
Eine kleine Meuterei!
Nun sitzt der kleine Jim zu dumm,
Auf einer winzgen Insel rum.
Und von seinen ganzen Schätzen,
Behielt er nur ne Dos mit Keksen.
Der Schandtäter
Der Wein hat manchen Mann verführt,
Zu allerlei Gepränge,
Doch hat in erst auskuriert,
Verflogen Rauschgesänge,
Mit klarem Blick und schmerzend Kopf,
Wird ihm bald klar den armen Tropf,
Welch liederliche Schandentat,
Im Rausch er wohl begangen hat.
Zu allerlei Gepränge,
Doch hat in erst auskuriert,
Verflogen Rauschgesänge,
Mit klarem Blick und schmerzend Kopf,
Wird ihm bald klar den armen Tropf,
Welch liederliche Schandentat,
Im Rausch er wohl begangen hat.
Der Dusterheimer
Geboren aus zigtausend Schmerzen,
Trag ich die Finsternis im Herzen!
Sähe Schatten, Traumgestalten,
In des Nachtens Garten ein,
Seh’ sie prächtig sich entfalten,
Ernährend sich vom Mondenschein!
Bin der Wandrer der Welten,
Die wohl als verloren gelten,
Niemand wird mich je erheischen,
Bin ja schließlich Trug und Schein,
Fürchte deshalb schon mein Zeichen,
Denn das alles darf nicht sein!
Bin vergangen längst vor Zeiten,
Die nun ins Vergessen leiten!
Doch bin ich hervorgekrochen,
Aus der Asche meiner selbst!
Hab die Hülle aufgebrochen,
Die die Welt zusammenhält!
Trag ich die Finsternis im Herzen!
Sähe Schatten, Traumgestalten,
In des Nachtens Garten ein,
Seh’ sie prächtig sich entfalten,
Ernährend sich vom Mondenschein!
Bin der Wandrer der Welten,
Die wohl als verloren gelten,
Niemand wird mich je erheischen,
Bin ja schließlich Trug und Schein,
Fürchte deshalb schon mein Zeichen,
Denn das alles darf nicht sein!
Bin vergangen längst vor Zeiten,
Die nun ins Vergessen leiten!
Doch bin ich hervorgekrochen,
Aus der Asche meiner selbst!
Hab die Hülle aufgebrochen,
Die die Welt zusammenhält!
Der fliegende Frosch
In Iserlohn, ganz ungelogen,
Da kam einmal ein Frosch geflogen,
Er flog mal hoch und manchmal tief,
Und selten ging dabei was schief,
Doch kam er dann in Grübelein:
„Ich fliege ja, wie kann das sein?
Wir Frösche können doch nicht fliegen!“
Er fiel hinab und blieb dann liegen.
Und zu allen Überdruß,
Brach er sich dabei den Fuß.
Doch geht er jetzt nicht mal per Pedes,
Nein, denn nun fährt er Mercedes.
Da kam einmal ein Frosch geflogen,
Er flog mal hoch und manchmal tief,
Und selten ging dabei was schief,
Doch kam er dann in Grübelein:
„Ich fliege ja, wie kann das sein?
Wir Frösche können doch nicht fliegen!“
Er fiel hinab und blieb dann liegen.
Und zu allen Überdruß,
Brach er sich dabei den Fuß.
Doch geht er jetzt nicht mal per Pedes,
Nein, denn nun fährt er Mercedes.
150
150,
150 Mann,
1000,
1000 mal verlaufen in der Unwirklichkeit des Seins,
Verirrt,
Vergessen,
Vergangen,
Fersenabdrücke verganger Zeiten.
Nichts als Schatten einer Erinnerung,
Der Mantel des Schweigens über alle Welt ausgebreitet,
Stumm!
Stille!
Leere!
Die Lehre des Seins aus der Leere des Nichts gezogen,
Den Rahmen der Zeit gesprengt,
Auf ewig ad absurdum geführt,
Und nun schlaf mein Kind,
Schlaf ein.
150 Mann,
1000,
1000 mal verlaufen in der Unwirklichkeit des Seins,
Verirrt,
Vergessen,
Vergangen,
Fersenabdrücke verganger Zeiten.
Nichts als Schatten einer Erinnerung,
Der Mantel des Schweigens über alle Welt ausgebreitet,
Stumm!
Stille!
Leere!
Die Lehre des Seins aus der Leere des Nichts gezogen,
Den Rahmen der Zeit gesprengt,
Auf ewig ad absurdum geführt,
Und nun schlaf mein Kind,
Schlaf ein.
Das selbstverliebte Poem
(von mir höchstpersönlich selbst geschrieben)
Dies ist meine Art und Weise,
Manchmal laut und manchmal leise,
Frech und artig auch sogar,
Bin ich nicht einfach wunderbar?
Bin der Quell der dies verbindet,
In dem sich alles wiederfindet,
Bin schon reich an vielen Sachen,
Trauriges und auch zum Lachen.
Bin das Gedicht der größten Dichter,
Das schönste Strahlen aller Lichter,
Ich spür die Liebe sanft und wild,
Und liebe Dich, oh Spiegelbild.
Was bin ich Schelm voll Narretei,
Doch traurig ist mein Herz entzwei,
Denn mein Ende ist schon nah,
Wird mit der nächsten Strophe wahr.
Dieser Strophe letzter Gruß,
Ist an mich mein Abschiedskuß,
Ewig ziert er meine Wangen,
Denn er muß für immer langen.
Dies ist meine Art und Weise,
Manchmal laut und manchmal leise,
Frech und artig auch sogar,
Bin ich nicht einfach wunderbar?
Bin der Quell der dies verbindet,
In dem sich alles wiederfindet,
Bin schon reich an vielen Sachen,
Trauriges und auch zum Lachen.
Bin das Gedicht der größten Dichter,
Das schönste Strahlen aller Lichter,
Ich spür die Liebe sanft und wild,
Und liebe Dich, oh Spiegelbild.
Was bin ich Schelm voll Narretei,
Doch traurig ist mein Herz entzwei,
Denn mein Ende ist schon nah,
Wird mit der nächsten Strophe wahr.
Dieser Strophe letzter Gruß,
Ist an mich mein Abschiedskuß,
Ewig ziert er meine Wangen,
Denn er muß für immer langen.
Symphonie der Finsternis
Die Schatten sind länger geworden,
Im letzen Dezember des Lebens,
Die Hände sind fast schon erstorben,
Und kleiner die Ziele des Strebens.
Die Jugend war voller Gesänge,
Voll schönster Melodei,
Von Liebe und freudig gepränge.
Voll törichter Gaukelei.
Dann wurden die Lieder leiser,
Doch blieben voll Harmonie,
Mein Lebensstil der wurde weiser,
Und die Gesänge verließen mich nie.
Doch nun wo ergraut ist das Haar,
Und das letzte Lebwohl schon so nah.
Sind viele Lieder verstummt,
Oder werden nur leise gesummt.
Mein Kopf ist voll Fragen, so schwer,
Ich wüßte über vieles gern mehr.
Wo wird mich die Reise hinführen?
Zu welchen Ufern kehre ich heim?
Die Symphonie der Finsternis nennt man Stille,
Wird sie die Melodie der Ewigkeit sein?
Oder erklingen mir ganz neue Lieder,
Als die die das Leben hier kennt?
Wenn meine Augen sich öffnen nie wieder,
Und in meinem Leibe kein Lebensfunke mehr brennt?
Im letzen Dezember des Lebens,
Die Hände sind fast schon erstorben,
Und kleiner die Ziele des Strebens.
Die Jugend war voller Gesänge,
Voll schönster Melodei,
Von Liebe und freudig gepränge.
Voll törichter Gaukelei.
Dann wurden die Lieder leiser,
Doch blieben voll Harmonie,
Mein Lebensstil der wurde weiser,
Und die Gesänge verließen mich nie.
Doch nun wo ergraut ist das Haar,
Und das letzte Lebwohl schon so nah.
Sind viele Lieder verstummt,
Oder werden nur leise gesummt.
Mein Kopf ist voll Fragen, so schwer,
Ich wüßte über vieles gern mehr.
Wo wird mich die Reise hinführen?
Zu welchen Ufern kehre ich heim?
Die Symphonie der Finsternis nennt man Stille,
Wird sie die Melodie der Ewigkeit sein?
Oder erklingen mir ganz neue Lieder,
Als die die das Leben hier kennt?
Wenn meine Augen sich öffnen nie wieder,
Und in meinem Leibe kein Lebensfunke mehr brennt?
Toby and not Toby
(Shakespeare and the bee B. B.)
Toby and not Toby,
Sitting on an apple tree,
Talking to the bee B. B.!
“Bssss sssss ssss ss sss ss ss!”
Speaks not Toby with filthy tongue,
“Bss Bsss Bsss Bsss Bssss Bss Bsss.”
Says just Toby so wise and young.
But bee B. B., it doesn’t care.
Bsssss here and Bssssss there,
The bee B. B. is anywhere.
Toby and not Toby,
Sitting on an apple tree,
Talking to the bee B. B.!
“Bssss sssss ssss ss sss ss ss!”
Speaks not Toby with filthy tongue,
“Bss Bsss Bsss Bsss Bssss Bss Bsss.”
Says just Toby so wise and young.
But bee B. B., it doesn’t care.
Bsssss here and Bssssss there,
The bee B. B. is anywhere.
Mittwoch, 14. Mai 2008
Empfehlenswertes
An dieser Stelle möchte ich den Lesern dieses Blogs ein paar Empfehlungen aussprechen. Meist werden dies Weblinks sein, doch ab und an kann auch schon mal das ein oder andere Buch hier landen. Ich werde diesen Post immer mal wieder auf den neusten Stand bringen, von daher, können Sie sich hier immer mal neue Anregungen holen, wenn Sie dies wünschen.
Tjaja, der gute alte Lucas Edel ist immer mit viel Sprachgewandheit und Wortwitz dabei, wenn es darum geht seine phantastischen Geschichten aufs Papier zu bannen. Wem mag es da verwundern, daß er sich langsam aber sicher einen sehr guten Ruf in der deutschsprachigen Autorenszene erarbeitet? Es kann nicht mehr allzulange dauern und sein Name steht als Synonym für intelligente und kurzweilige Unterhaltung. Wer möchte kann ihn schon vorher für sich entdecken, um dann mit Fug und Recht von sich behaupten zu können, ihn schon gekannt zu haben, als er noch ein vielversprechendes Talent in der Autorenszene und seine Bücher noch nicht in den Bestsellerlisten zu finden waren.
Hier kann man sich über Lucas Edel immer auf den neusten Stand halten: http://www.lucasedel.com/

Vielleicht kann ich Ihnen ja „Der Tod und das Mädchen“ von Nina Ruzicka ans Herz legen. Die österreichischen Künstlerin hat hier einen sehr schönen deutschsprachigen Onlinecomic mit wunderbar schrulligen, aber ebenso liebenswerten Charakteren geschaffen. Die Geschichte ist mit viel Witz und Slapstick erzählt, enthält aber auch jede Menge Anspielungen, die sich auf Kunst und Kultur (aber auch auf andere Themenkreise wie z.B. Mathematik) beziehen. So wird z.B. gleich zu Anfang des Comics Bezug auf den Film „Das siebente Siegel“ von Ingmar Bergmann genommen, ein andermal erinnert ein Bild frappierend an das Gemälde „American Gothic“ von Grant Wood. Auch Anspielungen an populärkulturelles wie „Sleepy Hollow“ oder „Rendezvous mit Joe Black“, sind im Comic vorhanden. Wen ich Sie nun neugierig gemacht habe, dann wünsche ich viel Spaß beim Lesen und beim entdecken, der vielen kleinen Anspielungen.
Hier geht es zur Seite der Künstlerin: www.cartoontomb.de
Und hier direkt zum Onlinecomic: Der Tod und das Mädchen
(Webkatalog)
www.suchnase.de (Webkatalog)
http://www.die-kraehe.de/ (Metasuchmaschine)

Vielleicht kann ich Ihnen ja „Der Tod und das Mädchen“ von Nina Ruzicka ans Herz legen. Die österreichischen Künstlerin hat hier einen sehr schönen deutschsprachigen Onlinecomic mit wunderbar schrulligen, aber ebenso liebenswerten Charakteren geschaffen. Die Geschichte ist mit viel Witz und Slapstick erzählt, enthält aber auch jede Menge Anspielungen, die sich auf Kunst und Kultur (aber auch auf andere Themenkreise wie z.B. Mathematik) beziehen. So wird z.B. gleich zu Anfang des Comics Bezug auf den Film „Das siebente Siegel“ von Ingmar Bergmann genommen, ein andermal erinnert ein Bild frappierend an das Gemälde „American Gothic“ von Grant Wood. Auch Anspielungen an populärkulturelles wie „Sleepy Hollow“ oder „Rendezvous mit Joe Black“, sind im Comic vorhanden. Wen ich Sie nun neugierig gemacht habe, dann wünsche ich viel Spaß beim Lesen und beim entdecken, der vielen kleinen Anspielungen.
Hier geht es zur Seite der Künstlerin: www.cartoontomb.de
Und hier direkt zum Onlinecomic: Der Tod und das Mädchen
Weitere Links:
www.suchnase.de (Webkatalog)
http://www.die-kraehe.de/ (Metasuchmaschine)
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